IT-Net SmartHome Smart-Home-Dienstleistungskonzept · Bremen-Neustadt

Ausbildungsprojekt · Projektdokumentation IT-Net SE24

Smart Home als standardisierte Dienstleistung: vom Defizit zum Konzept.

Ein Elektrofachgeschäft in Bremen-Neustadt (drei Fachangestellte) will Smart-Home-Vernetzung nicht mehr ad hoc, sondern als planbares Produkt anbieten. Unser 4er-Team hat dafür Marktanalyse, Leistungspakete, technische Leitplanken und die Wirtschaftlichkeitsrechnung ausgearbeitet. Hier ist das Ganze als interaktives Modell aufbereitet.

Echtes Projekt Echtes Ausbildungsprojekt (Konzeptphase) — Zahlen aus der Projektarbeit, Team anonymisiert.

Das Konzept im Modell

Ein Haus, vier Netze, dreizehn Geräte

Das zweigeschossige Musterhaus zeigt, wie das Konzept installiert würde: Technikraum als Zentrale, ein Access Point je Etage, Zigbee-Geräte ohne Cloud-Zwang. Klick auf ein farbiges Gerät für Details, oder schalte die VLAN-Ansicht ein.

Paket-Filter

Ziehen: drehen · Scrollen: zoomen · Klick auf ein Gerät: Details

  • VLAN-Segmentierung
  • WireGuard-Fernzugriff
  • Zigbee2MQTT (lokal)
  • Backup der Konfiguration
  • 1 Access Point je 80 m²

Projekt-Story

Ausgangslage: gutes Handwerk, kein Produkt

Das Fachgeschäft installiert seit Jahren solide Elektrotechnik — aber jede Smart-Home-Anfrage wird individuell improvisiert. Die Ist-Analyse der Projektarbeit benennt vier Defizite, die aus Anfragen kein wiederholbares Geschäft werden lassen. Es ist ein reines Konzeptprojekt: geplant und durchgerechnet, nicht installiert.

Defizit 1

Keine belastbare Marktübersicht

Wer im Einzugsgebiet was zu welchem Preis anbietet, hat nie jemand systematisch erfasst.

Defizit 2

Keine standardisierten Pakete

Jede Anfrage wird einzeln kalkuliert. Angebote sind nicht vergleichbar, Aufwand und Preis schwanken.

Defizit 3

Fehlende technische Leitplanken

Ob WLAN-Abdeckung, Netztrennung, Datenschutz oder Fernzugriff: nichts davon ist geregelt.

Defizit 4

Kein definierter Ablauf

Vom Erstkontakt bis zur Abnahme fehlt ein dokumentierter Prozess.

Das Soll-Konzept

Ein modulares Angebot mit drei Paketen: Start 890 €, Komfort 1.690 €, Premium 2.490 € (Listenpreise). Funktional deckt es den kompletten Weg ab:

  • Erstberatung und Bedarfsanalyse beim Kunden
  • WLAN-Ausleuchtung messen, bevor geplant wird
  • Gerätekonzept
  • Einbindung kompatibler Geräte
  • getrennte Netze und saubere Passwörter als Grundschutz
  • Übergabe mit Doku

Mein Part

Technik & Dokumentation: Ist-/Soll-Analyse, die technischen Leitlinien (VLAN-Segmentierung, WireGuard, Zigbee2MQTT, Backup, AP-Dichte) und die Koordination der Projektdokumentation.

Das Projekt entstand im 4er-Team mit den Rollen Technik/Doku, Markt, Wirtschaftlichkeit und Vertrieb. Die Teammitglieder bleiben hier anonym.

Markt-Snapshot Bremen-Neustadt

  • ~43.000Einwohner im Einzugsgebiet
  • 5 Wettbewerberin 3 Gruppen: Elektriker, IT-Systemhäuser, Integratoren
  • 3 Personasals Zielgruppen ausgearbeitet
  • 800–2.500 €Versorgungslücke: KNX-Anbieter starten oft erst bei ~8.000 €

Technische Leitplanken

Der Netzwerkplan: vier Segmente, ein Prinzip

Kernidee der technischen Leitlinien: Jedes Gerät kommt in das Netz, das zu seinem Risiko passt. Fahre über die Elemente für Details.

· · · Zigbee-Funk: die Geräte brauchen weder LAN noch WLAN Internet Router WireGuard-Fernzugriff · Firewall Managed Switch VLAN-Trunk VLAN 10 · Management Access Point EG Access Point OG VLAN 20 · Smart Home Zigbee-Bridge · Zigbee2MQTT 3× smarte Lampe Heizkörper-Thermostat Tür-/Fenstersensor Smarte Steckdose VLAN 30 · Kamera/IoT Außenkamera VLAN 40 · Gäste Gastgeräte

Netzplan Rev. 2, übernommen aus der Projektdoku (SE24, Feb 2026).

Soll-Konzept

Drei Pakete statt Einzelkalkulation

Standardisierte Pakete machen Angebote vergleichbar und die Kalkulation planbar. Sie zielen auf die Lücke zwischen Baumarkt-Selbstbau und KNX-Projekten ab ~8.000 €.

Start

890 €

Der sichere Einstieg

  • Erstberatung, danach Netzwerkprüfung vor Ort
  • 1 Access Point plus lokale Zigbee-Bridge
  • 2 Lampen, 1 smarte Steckdose
  • Doku und Übergabe
Kern des Konzepts

Komfort

1.690 €

Getrennte Netze, mehr Automatik

  • alles aus Start
  • getrennte Netze (VLAN) und ein eigenes Gäste-WLAN
  • zweiter Access Point fürs OG
  • Thermostat, Fenstersensor

Premium

2.490 €

Volle Ausbaustufe

  • alles aus Komfort
  • Außenkamera, isoliert im eigenen IoT-Segment
  • Fernzugriff per WireGuard
  • Konfigurations-Backup
Feature-Matrix der drei Pakete
Leistung Start
890 €
Komfort
1.690 €
Premium
2.490 €
Erstberatung & Bedarfsanalyse
Netzwerkprüfung & WLAN-Messung
Planung & Gerätekonzept
Einbindung kompatibler Geräte Grundumfang erweitert komplett
Grundsicherheit: sichere Passwörter
Getrennte Netze (VLAN-Segmentierung)
Gäste-WLAN
Thermostat & Sensorik
Außenkamera im IoT-Segment
WireGuard-Fernzugriff
Dokumentation & Übergabe

Listenpreise aus der Projektarbeit. Realer Durchschnittsauftrag der Kalkulation: 1.190 €.

Wirtschaftlichkeit

Ab wie vielen Aufträgen trägt sich das Konzept?

Die Kalkulation der Projektarbeit: Durchschnittsauftrag 1.190 €, variable Kosten 690 €. Bleibt ein Deckungsbeitrag von 500 € je Auftrag. Zieh am Regler.

5
Erlös
5.950 €
Deckungsbeitrag gesamt
2.500 €
Fixkosten
1.648 €
Ergebnis
+852 €

Fixkosten gedeckt, Gewinnschwelle bei ~4 Aufträgen.

0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 € 0 2 4 6 8 10 12 Aufträge Fixkosten 1.648 € kumulierter Deckungsbeitrag (500 €/Auftrag) Gewinnschwelle ≈ 4 Aufträge
Konzeptphase: Fixkosten 1.648 € → Gewinnschwelle ~4 Aufträge. Vollkosten-Szenario: ~4.800 € → ~10 Aufträge.

Entscheidungen

Begründet statt gefühlt: Nutzwertanalyse & FMEA

Zwei Methoden aus der Projektarbeit sichern die Technikwahl ab und adressieren genau die Risiken, die die FMEA nach oben spült.

Nutzwertanalyse: Zigbee vor KNX

Zigbee 4,30
KNX 3,60

Skala bis 5,0. Das Ergebnis passt zur Marktlücke: KNX-Anbieter starten oft erst bei ~8.000 €, die Pakete zielen auf 800–2.500 €.

FMEA: Die zwei Top-Risiken

RPZ 162

Datenschutz bei Cloud-Anbindung

Maßnahme: lokale Steuerung über Zigbee2MQTT statt Hersteller-Cloud. Kameradaten bleiben im Haus.

RPZ 160

Falsche Technikwahl

Maßnahme: Nutzwertanalyse vor der Festlegung. Ergebnis: Zigbee (4,30) vor KNX (3,60).

Projektablauf

Sechs Phasen, ~40 Stunden

Vom Projektstart bis zur Dokumentation. Die markierten Phasen habe ich verantwortet.

  1. Projektstart

    Auftrag klären, Ziele und Rollen im 4er-Team festlegen.

  2. Ist-Analyse

    Vier Defizite systematisch belegen.

    mein Part
  3. Soll-Konzept

    Modulare Pakete und Funktionsumfang definieren.

    mein Part
  4. Markt & Wirtschaftlichkeit

    Wettbewerber, Personas, Deckungsbeitrag, Gewinnschwelle.

  5. Technische Leitplanken

    VLAN, WireGuard, Zigbee2MQTT, Backup, AP-Dichte.

    mein Part
  6. Dokumentation

    Projektdokumentation koordinieren und abschließen.

    mein Part

Gesamtaufwand laut Projektdokumentation: ~40 h im 4er-Team.

Demo-Projekt · Eric Lubczynski